Typographie und Architektur______

ein Exkurs


 

Lissitzky
Wikipedia-Link zu Pressa Ausstellung von 1928Buchstäblichkeit und Struktur zwischen Architektur und Urbanismus" von Christian Katti

Sequenz als "Rhythmisierung"

Für Moholy-Nagy und Lissitzky war die Sequenz die Befreiung

von der Zentralperspektive. Der Betrachter konsumiert die Information

nicht auf einmal, sondern „erwandert“ oder „erblättert“ sie.

Moholy-Nagy übertrug dies auf das Buchlayout:

Sein Entwurf für das Buch "Malerei Fotografie Film" (Bauhausbuch Nr. 8, 1925).

Er nutzte fette Balken und Pfeile, die den Blick von einer Seite zur nächsten ziehen.

Die Anordnung der Fotos folgt keiner ästhetischen Statik, sondern einer narrativen Dynamik,

bei der die weiße Fläche zwischen den Bildern wie die Dunkelphase zwischen zwei Film-frames fungiert.

Pressa

Ein prägnantes Beispiel für diese Anwendung ist die Fotofries-Gestaltung im Sowjetischen Pavillon der Pressa-Ausstellung (Köln, 1928).

El Lissitzky installierte einen riesigen, über 20 Meter langen Fotofries.

Durch die rhythmische Unterteilung und die Überlagerung von Bildmontagen entstand eine visuelle Sequenz.

Der Besucher konnte das Bildmaterial nicht mit einem Blick erfassen.

Die räumliche Staffelung wirkte wie eine filmische Montage im Realraum; die Bewegung des Besuchers wurde zum "Projektor", der die Sequenz ablaufen ließ.

Autonomie und Souveränität haben im Film eine ganz besondere Resonanz gesellschaftliche Vorgänge abzubilden.

Es ist die Geschichte der Sequenz - als eigenständige Sprache. In der "filmischen Logik" Moholy-Nagys ist die Sequenz das Werkzeug, um Zeit und Bewegung in die statische Fläche zu bringen.

Während ein Einzelbild verharrt, zwingt die Sequenz das Auge zu einer gerichteten Abfolge, die eine autonome Erzählung bildet – analog zum Filmschnitt.

 

 

 

 

 

 

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