Chronologie des Widerstands gegen die Bausünde - Haus am Dom 2013 - 2019

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Chronologie

19. - 21. Jahrhundert
(1817 - 2017)

von Brigitte Hammel

1817 der Vorstand der Domgemeinde beschließt den ausgebrannten Kreuzgang als Abbruch zu verkaufen um mit dem Erlös das vorhandene Kapitelhaus zu einem Pfarrhaus umzubauen.
Georg Möller, ein bekannter Architekt aus Darmstadt, protestiert
1832 das Kapitelhaus wird abgerissen. Die große Platz vor der Südseite war so frei, dass er von der in Worms stationierten Garnison für Übungen nutzte
12.04.1839 Stadtratbeschluß: die freien Flächen vor dem Dom werden zu der 1. öffentlichen Grünanlage in der Innenstadt die „jetzt und in der Zukunft immer offen und für jedermann zugänglich zu lassen sein sollte“.
Der noch erhaltene Domspeicher wird abgerissen, das Schulinstitut der Englischen Fräuleins (heute Liobahaus) wird gebaut. Erregte Wormser, ähnlich wie heute, protestieren gegen das Haus und gegen eine hohe Mauer die das Grundstück umgab. Der freier Blick auf den Dom war empfindlich gestört. Die Mauer muss abgerissen werden.
1906
Karl Hoffmann leitet die Domrestaurierung. Die Westtürme werden komplett abgetragen, der instabiler Untergrund gesichert, und wieder aufgebaut. Ein neues Pfarrhaus, anstelle des Kapitelhauses und direkt angrenzend ist weiterhin der große Wunsch der Gemeinde. In den 1920ern und
1930ern folgen Vorschläge. Nach mehr als einem Dutzend Anläufen und nach fast 200 Jahren wird das Haus am Dom Wirklichkeit. Die friedlichen Proteste seit 2012 bis heute haben Tausende Wormser und auswärtiger Besucher zu einem bis dahin noch nie in der Wormser Stadtgeschichte erlebten Widerstand geführt. Voraussetzungen bzw. keine Voraussetzungen für den Bau eines Gemeindehauses in dieser Dimension und angrenzend an den Dom St. Peter zu Worms:
1975 der Neubau der Wormser Volksbank nimmt die freie Sicht auf den Dom vom Rhein kommend (Ostseite)

02.08.2003

die 1. Nibelungenfestspiele finden vor der Südfassade des Domes statt
2003
16.07.2003 Stadtratssitzungsbeschluß: die freie Blickachse von der Jugendherberge zum Dom soll erhalten bleiben
2010 Februar Vier Alternativen aus der Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Datz, Kullmann aus Mainz zum Neubau eines Gemeindehauses werden dem Dompropst und dem Vewaltungsrat der Domgemeinde vorgestellt.

2011

November 2011 für das 3-geschossige Restaurant „Dom Terrassen“ vor der Jugendherberge (in der freien Blickachse s. Jahr 2003 )

2012

18.08.2012 erste Meldung in der Wormser Zeitung „Kapitelhaus wird „Haus am Dom“ / J. Götzen
21.12. Abgabe der Wettbewerbsunterlagen für das „Haus am Dom“

2013

18.01. das Preisgericht Tagt: das Architekturbüro Heidenreich & Springer aus Berlin ist der Gewinner des Wettbewerbs ohne dass es dazu eingeladen war

02.01.

Stadtrat stimmt dem 1. Entwurf (Flachdach) 0x vom Architektenbüro Heidenreich und Springer / Berlin zu

22.03.

Infoveranstaltung im „Wormser“, danach gruppiert sich die Bürgerinitiative und sammelt Unterschriften für den Erhalt des freien Blicks auf die Südfassade des mittelalterlichen Doms

25.03.

nach nur 3 Tagen: 10 000 Unterschriften, im Sommer knapp 18 000 welche
von der Kirche öffentlich angezweifelt 0x und quasi der Unterschriftenfälschung unterstellt werden. Eine notarielle Überprüfung 0x bestätigte diese Zahlen

07.11.

Vorstellung des 2. Entwurfs (Satteldach), jetzt Gesamthöhe 19,50 m über Oberkante Boden
01.12. 1. Lichterkette vor dem Dom = 1. Mahnwache
04.12. Bauausschusssitzung
Stadtrat entscheidet sich für den Zweitentwurf des Architekturbüros Heidenreich und Sprenger mit einem steilen Satteldach und in nur ca. 5,50 m Abstand zu der Nikolauskapelle

2014

ZeitungsartikelSammlung

17.01.

Bürgerinitiative gründet den Bürgerverein kein-haus-am - dom e.V. Seite 116-117

25.01.

Beginn der Unterschriftensammlung zum Bürgerbegehen
25.01. Ausschusssitzung

31.01.

Domgemeinde stellt Bauantrag und Bauvoranfrage gleichzeitig
11.02. BV übergibt 7 300 Unterschriften an OB Michael Kissel

18.02.

BV übergibt weitere 1 700 Unterschriften an OB Michael Kissel, (die notwendig wären, damit ist die Voraussetzung erbracht ein Bürgerbegehren zuzulassen)

22.02.

BV bittet das Bistum Mainz und die Domgemeinde den Bauantrag vorläufig ruhen zu lassen, was kommentarlos abgelehnt wird

27.02.

die geheim gehaltene Bauvoranfrage wird positiv beschieden. Damit muss rechtlich auch dem Bauantrag zugestimmt werden (die Öffentlichkeit erfährt darüber erst am 17.03.2014 als der OB den Ältestenrat informiert)

05.03.

Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung beim Gericht gestellt
16.03. Vorstellung der Bürgerbefragung in der Presse
17.03. OB informiert über den positiven Bauvorentscheid

19.03.

Haupt- und Finanzausschusssitzung: OB informiert über die positiv genehmigte Bauvoranfrage
20.03. BV schreibt an OB: 8 Fragen zu Baugenehmigung
25.03. BV legt Widerspruch zum erteilten Bauvorbescheid
Schreiben an OB Michael Kissel

02.04.

Stadtratssitzung: Timo Horst/SPD für die Durchführung einer Bürgerbefragung
OB Kissel, im Vorstand der Enquete-Kommission im Mainzer Landtag zu mehr Bürgerbeteiligung, verhindert die Bürgerbefragung in Worms.
Im Vorfeld der Kommunalwahlen spricht er sich in Bobenheim-Roxheim gegen jegliche Bürgerbeteiligung aus: „Bürgerbefragung ist grober Unfug“

12.05.

Bürgerverein regt zu der Konstruktion einer Bauattrappe im Maßstab 1 : 1 an. Sie soll die Dimensionen des geplanten Gemeindehauses verdeutlichen, was die Gemeinde wegen der Kosten ablehnt. Der Bürgerverein findet einen Sponsor, wird aber unbegründet von der Domgemeinde doch nicht zugelassen
Diverse Vorstöße bei den Parteien, um eine Stadtratssitzung noch vor den Gemeindewahlen zu erreichen. Die kleineren Parteien könnten dies erreichen, da ausreichende Zahl von Ratsmitgliedern sich dafür aussprach. Die FDP kann allerdings nicht alle ihre Abgeordneten dafür gewinnen. Damit gelingt es OB Kissel mit den großen Parteien, der Groko, eine Abstimmungim Stadtrat zum Bürgerbegehren vor den Wahlen zu verhindern.

25.05.

Kommunalwahlen in Worms. Die Großen verlieren etwas, die Kleinen gewinnen etwas. Die FDP verliert im Vergleich zum Landesdurschnitt weniger. Trotz einer großen Flyerverteilung durch den Bürgerverein bleibt der große Umschwung gegen das Haus am Dom aus. Die Taktik der großen Parteien – keine Abstimmung zum Bürgerbegehren – hat somit Erfolg.

28.05.

Oberverwaltungsgericht Rheinland–Pfalz lehnt den Beschluss eines Bürgerbegehrens zum Eilantrag des BV ab

15.07.

Fahrt nach Mainz: Übergabe einer Petition an Kardinal Lehmann, entgegengenommen vom Generalvikar (Giebelmann), Ministerpräsidentin Dreyer, MdL Guth (SPD) und MdL Kessel (CDU)

23.07.

Stadtrat stimmt dem Bauantrag zu. Zuvor eine ausführliche Stellungnahme zum Bauvorhaben durch den Bürgerverein, vorgetragen von Dr. Hilmar Kienzl, leider vergeblich, denn sogar einzelne Mitglieder der kleinen Parteien -Grüne: Grünewald, Lauer- stimmen überraschend für das Bauvorhaben

13.08.

Bürgerverein klagt gegen die Ablehnung des Bürgerbegehrens vor dem Verwaltungsgericht in Mainz Mitte

August 2014

Alternativentwurf und Faltblatt zum Standort des Gemeindehauses an der Ecke zu Andreasstr.8 zeigen eine städtebaulich optimale Lösung, die jedoch von der Kirche abgelehnt wird Seite 50ff.

14.09.

Ehrenamtstag: BV Aktive geben Hinweise zur Domblickzerstörung. Dabei Kontakt zu Fürstin zu Sayn-Wittgenstein. Hunderte Gegner des Bauvorhabens bilden spontan eine Menschenkette um den Dom

30.09.

Bauantrag wird von der Stadtverwaltung genehmigt ohne die Untere, bzw. die Obere Denkmalschutzbehörde zu einer Stellungnahme hinzugezogen haben

04.10.

Ausführlicher Brief an Kardinal Lehmann (10 Seiten Text, 20 Seiten Anhang mit Unterschriften Wormser Katholiken nach dem Erhalt seiner Antwort auf die ihm überreichte Petition - keine Reaktion

29.10.

Dr. Gisela Brandtner, Nachbarin, legt eine Beschwerde ein die Stadtverwaltung Worms gegen die erteilte Baugenehmigung

31.10.

 

Fürst zu Sayn-Wittgenstein, Präsident der Europa Nostra -Europäische Denkmalschutzbehörde- wendet sich mit deutlichen Worten an Kardinal Lehmann

04+07.11.

Gespräche zwischen dem Bürgerverein und der Domgemeinde

08.11.

1.Demo durch die Stadt: von der Martinskirche zum Dom(s.Artikel 2014-11-12 Das sprengt den Rahmen ) Mindestens 700 Teilnehmer. Die 2. Domumarmung

19.11.

Bitte an die Gemeinde einem Moratorium zuzustimmen – abgelehnt
01.12. Baubeginn
21.11. kollektive Kirchenaustritte

23.12.

Faltblatt mit alternativen Standorten – alle wären möglich ohne den Blick auf die Südfassade zu zerstören
29.12. Ausschusssitzung

2015

13.01. Abriss des Kiosk am Dom

08.02.

Prof. Henner Herrmanns, Uni Koblenz, übt scharfe Kritik an dem Bauvorhaben

18.02.

Gegner (BV) erhalten großzügig 1 Zaunelement zu freien Bestückung frei

24.02.

Kompromissvorschlag des BV: Flachdach statt des überdimensionierten Satteldachs

21.02.

Dr. Gisela Brandtner legt Widerspruch gegen den Bauvorbescheid der Stadt Worms

26.02.

Verwaltungsgericht lehnt die Beschwerde von Frau Dr. Gisela Brandtner ab

05.03.

Dr. Gisela Brandtner legt Widerspruch vor dem Oberverwaltungsgericht Koblenz

13.03.

die Klage auf die Zulassung des Bürgerbegehrens wird von dem Verwaltungsgericht Mainz abgelehnt

16.03.

Die katholische Kirche lehnt alle vorgelegten Kompromissvorschläge ab

26.03.

die Domtaler, eine Gedenkmünze mit dem freien Blick auf den Dom, sind da

07.04.

Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz / Koblenz weist die Beschwerde von Frau Dr. Brandtner ab und am
18.04. Verzicht auf Berufung
25.04. 2. Demo mind. 300 Teilnehmer, die 3. Domumarmung

15.06.

Thesen „Mehr Demokratie wagen – Änderung der kommunalen Ordnung
Rheinland-Pfalz„ von RA Matthias Möller-Meinecke

02.07.

Entdeckung der frühchristlichen Taufpiscina durch die Archäologen
Jutta Busch wendet sich an Papst Franziskus in Rom und erhält am eine Antwort, mit einem Hinweis, dass der Heiliger Stuhl nicht die Zuständigkeit hat
08.11. 100. Mahnwache
15.12. Prof. Hermanns Stellungnahme .....

2016

30.04. Baugruben Erweiterung im Kreuzgang
03.07. Grundsteinlegung
auch der Bürgerverein legt eine Kassette aus Ton gebrannt (Entwurf der Künstlerin Christine Hach) mit einer Metallplatte auf der eine Gravur des freien Blickes auf die Südfassade des Domes verewigt ist bei

06.07.

Bauzaunelement des Bürgervereins wird von heute auf morgen gekündigt und am nächsten Tag ohne Vorwarnung leergeräumt

06.07.

Traueranzeige zum verlorenen Blick auf den Dom in den Wormser Zeitungen wird veröffentlicht

10.07.

„Bausünde Spaziergang“ von der Wormser Volksbank bis zum Dom. ca. 150 Teilnehmer
24.11. 150. Mahnwache

2017

21.01.

Domgemeinde sucht Ideen für die Gestaltung der Grünanlagen am Domplatz und Kreuzgang (Wormser Zeitung)
17.02. Richtfest

20.04.

Säulenbohrungen für die Erdwärmeheizung sollen durchgeführt werden

06.07.

Dr. Josef Eberhard (Vorsitzender des Bürgervereins), Geologe, befürchtet Schäden durch diese Bohrungen

16.09.

Domgemeinde gibt bekannt, dass 2 alte Ahornbäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen

02.12.

4 Jahre Mahnwachen Zum Abschluss wird immer das Domlied unseres Mitglieds, Pfarrer a.D. A.N. Hufnagel, gesungen

2018

Jubiläumsjahr: der Dom wird 1000 Jahre alt

28.01.

Gottesdienst mit Bischof Peter Kohlgraf / ZDF Übertragung
18.05. Einweihung des Hauses am Dom

01.-03.

06.2018

Rheinland Pfalz Tag in Worms der Dom feiert seinen 1000-ten Geburtstag

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