das WormserBarockbläserensemble positioniert sich

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Barockbläser

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15-1-2015

Sehr geehrter Herr Probst Schäfer,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Dass Sie unseren offenen Brief für keinen guten Stil halten, können wir nicht nachvollziehen. Es handelt sich um ein Thema, das die Öffentlichkeit interessiert und nicht „hinter verschlossenen Türen“ diskutiert werden sollte.

Wir sehen auch keinen Unterschied darin, ob Sie uns zunächst ohne Presse – ggf. in einem persönlichen Gespräch – geantwortet hätten oder in dieser Form. Wir haben uns bewusst für diese Form der öffentlichen Stellungnahme entschieden und haben selbstverständlich nichts dagegen, dass Sie ebenfalls Ihre email unmittelbar an die Presseorgane übermittelt haben. In der Sache macht das ohnehin keinen Unterschied, da wir bei unserer lange wohlüberlegten Auffassung bleiben.

Man muss nicht alles bebauen, was einmal bebaut war. Mit diesem Argument könnte der Dom noch deutlich mehr zugebaut werden. Oder umgekehrt müssen doch auch Gebäude auf in der Vergangenheit unbebauten Flächen nicht abgerissen werden.

An unserer Auffassung ändert auch die Meinung namhafter Experten nichts. Es gibt sicherlich auch namhafte Experten, die das ganz anders sehen. Es handelt sich nach unserer Auffassung auch weniger um eine Expertenfrage, sondern eher um eine Ansichtsfrage, die kaum einer Sachverständigenbeurteilung zugänglich ist. Auch bleiben wir dabei, dass Veranstaltungen wie unser Turmblasen zukünftig durch die Baustelle und den geplanten Bau beeinträchtigt sein werden.

Sie schreiben, Café und Haus könnten zum Aufwärmen dienen und zusätzlicher Anlaufpunkt werden. Wer zum Turmblasen kommt, sucht jedoch keinen Platz zum Aufwärmen, sondern er möchte erleben, wie live auf den Türmen gespielt wird und je nach persönlicher Stimmung, vielleicht auch gefühlter Verbundenheit mit den anderen Besuchern, die Lieder selbst mitsingen. Und selbstverständlich ist dies kein Argument für genau diesen Standort des „Haus am Dom“. Sehr wohl gab es beim Turmblasen 2014 Einbußen: Einige Zuhörer FSCHANDE berichteten uns, dass sie nicht mehr auf den Platz gelangten. Wäre nicht ein derart großer Bereich abgesperrt gewesen, hätten hunderte Zuhörer mehr Platz gefunden. Die Einbußen waren auch der Presse zu entnehmen.

In der Wormser Zeitung z.B. stand: „Der Platz am Südportal war dieses Jahr eingeschränkt durch Baustelle und Bauzäune für das Haus am Dom…“ Sie bezeichnen es als unvermeidlich, dass bereits im Dezember wegen angeblicher Grabungsarbeiten im Januar ein derart großer Bereich abgesperrt wird. Dies können wir nicht verstehen. Dann hätte doch auch gereicht, die Absperrung nach Weihnachten vorzunehmen. Im übrigen werden Grabungsarbeiten sicherlich ohnehin nicht bei hartem Boden oder gar Frost durchgeführt. Selbstverständlich haben wir und die Zuhörer versucht, uns die Stimmung nicht vermiesen zu lassen, so dass es insgesamt wieder eine auch für uns schöne Veranstaltung war. Dass der Bauzaun jedoch der besinnlichen Atmosphäre nicht gerade zuträglich war, dürfte wohl keiner bestreiten. Das von Ihnen angesprochene Gebäude der DomTerrassen übrigens ist bei uns auch nie als positiv angesehen worden und wird es auch weiterhin nicht. Wir haben es von Anfang an als störend empfunden.

Es verdeckt in einem großen Bereich die Sicht auf den Magnusturm, und die von dessen Plattform kommenden Bläserklänge sind im akustischen Schatten der DomTerrassen kaum zu hören. Nur der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass uns zugetragen wurde, dass die DomTerrassen gar nicht als Aussichtsplattform zur Verfügung gestanden haben, da sie zum Turmblasen geschlossen waren. Außerdem sollten Ihre Pläne wohl kaum mit anderen störenden Bauten gerechtfertigt werden. Erfreulich ist, dass Sie betonen, das Turmblasen weiterhin unterstützen zu wollen.

Schade ist nur, dass die Domgemeinde dies nicht auch in der Form umsetzt, dass sie Ihre Auffassung bzw. Planung überdenkt.

Mit freundlichen Grüßen H. Weiß für das Wormser Barockbläserensemble

https://nibelungen-kurier.de/barockblaeser-expertenmeinung-aendert-nichts/

Lichterkette 2013

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